Weihnachtsgeld zahlen

Arbeitgeber müssen auf Ansprüche achten

Weihnachtsgeld zu zahlen ist eine nette Geste, um den Mitarbeitern für die geleistete Arbeit zu danken. Doch aufgepasst: Wer in den letzten drei Jahren regelmäßig Weihnachtsgeld bekommen hat, kann sich auf "betriebliche Übung" berufen. Falls der Chef Prämien an ausgewählte Mitarbeiter zahlt, muss er dies sachlich begründen.

Weihnachtsgeld zahlen

Das sollten Sie bei der Zahlung von Weihnachtsgeld beachten

Beim Dank an die Mitarbeiter gesetzliche Regelungen berücksichtigen

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland erhält von ihrem Arbeitgeber zum Jahresende einen Bonus. Das können ein dreizehntes Monatsgehalt sowie eine materielle oder finanzielle Prämie sein. All diese Geldzuwendungen müssen vom Arbeitnehmer versteuert werden. Übrigens erhalten auch Teilzeitmitarbeiter, Minijobber und Auszubildende Weihnachtsgeld – allerdings nur anteilig. Üblich ist es, das Weihnachtsgeld als festen Prozentsatz vom Monatseinkommen zu berechnen und im November auszuzahlen.

Anspruch durch Regelmäßigkeit

Das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Wenn es jedoch in Betriebsvereinbarungen, Arbeits- oder Tarifverträgen zugesagt wird, dürfen Arbeitgeber die Zahlung nicht einfach einstellen. Außerdem erwächst nach dreimaliger Zahlung ein Anspruch darauf. Nur wenn der Arbeitgeber bei jeder Zahlung ausdrücklich auf die Freiwilligkeit hinweist, ergibt sich kein regelmäßiger Anspruch.

Attraktivität der Arbeitsstelle

Bewerber achten oft auf freiwillige Leistungen wie das Weihnachtsgeld und ziehen es als Kriterium für die Jobwahl heran. In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt das Weihnachtsgeld daher noch an Bedeutung. Aus Sicht der Beschäftigten haben Arbeitsverhältnisse mit Tarifvertrag deutliche Vorteile, weil drei Viertel der Tarif-Mitarbeiter Weihnachtsgeld erhalten. Nicht tarifgebundene Arbeitgeber sollten sich genau überlegen, ob sie ein regelmäßiges Weihnachtsgeld für die gesamte Belegschaft einführen wollen. Denn wer später das Weihnachtsgeld streicht, findet sich häufig vor dem Arbeitsgericht wieder. Der Arbeitgeber muss auch Mitarbeitern, denen betriebsbedingt gekündigt wurde, das vereinbarte Weihnachtsgeld für das laufende Jahr überweisen.

Sonderzahlungen meist für alle

Für das Weihnachtsgeld gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. Das heißt, dass jeder Arbeitnehmer die Sonderzahlung erhält. Der Arbeitgeber muss konkret und korrekt begründen, wenn er Mitarbeiter in dieser Hinsicht unterschiedlich behandelt. Falls dies bei einzelnen nicht der Fall ist, können sie das Weihnachtsgeld einfordern. Voraussetzung dafür ist, dass deren Arbeit oder Hierarchiestufe mit der der Kollegen vergleichbar ist.

Bonus für die Mitarbeiter

Extrazahlungen gut überlegen

Manche Unternehmen möchten kein Weihnachtsgeld zahlen. Wenn sie Ihre Mitarbeiter trotzdem belohnen wollen, kann eine mit dem Unternehmenserfolg verknüpfte Gewinnbeteiligung oder ein einmaliger Bonus eine praktikable Alternative sein. Es ist auch im Interesse des Arbeitgebers, gute Mitarbeiter am Jahresende mit einer Prämie zu motivieren. Um keine unerwarteten Ansprüche zu wecken, sollten Arbeitgeber jedoch einiges beachten.

Prämien im Job

Es ist durchaus legitim, einen Bonus nur für herausragende Leistungen während des Jahres auszuzahlen. Doch Mitarbeiter, die keine Zahlung erhalten, nehmen das nicht immer klaglos hin. In ungünstigen Fällen haben auch sie Anspruch auf eine Prämie und fordern sie ein. Der Anspruch kann bestehen, wenn eine ähnliche oder gleiche Tätigkeit ausgeübt wird. Auch gekündigte Mitarbeiter müssen eine Treueprämie zumindest anteilig erhalten. Die Grundlage dafür ist der Gleichbehandlungsgrundsatz. Demnach dürfen Arbeitnehmer nicht willkürlich benachteiligt werden, wenn sie vergleichbare Tätigkeiten ausüben.

Sonderprämien als solche bezeichnen

Sollte es zum Arbeitsprozess kommen, muss der Arbeitgeber beweisen, dass sich die Tätigkeiten seiner Mitarbeiter grundlegend unterscheiden. Dies kann die Auszahlung des Bonus an nur einige wenige rechtfertigen. Folgt das Gericht dieser Argumentation nicht, kann der Richter das Unternehmen zur Zahlung der Prämie verpflichten. Herausragende Leistungen dürfen extra entlohnt werden, müssen aber dann auch als solche bezeichnet und begründet werden. Im Übrigen hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht, wenn übertarifliche Gelder verteilt werden.

Zuletzt aktualisiert am 28. Oktober 2016.